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Vergleich

Entgelttransparenz: Software vs. Beratung vs. Excel — ein ehrlicher Vergleich

9. Mai 20267 Min.CompLens Redaktion

Arbeitgeber, die sich auf die EU-Entgelttransparenzrichtlinie vorbereiten, stehen vor einer grundlegenden Entscheidung: Eigenregie mit Excel, Beauftragung eines Beratungshauses oder Einsatz einer spezialisierten Software? Jeder Ansatz hat seine Berechtigung — die richtige Wahl hängt von Unternehmensgröße, Budget, Komplexität und internem Know-how ab.

Option 1: Excel und manuelle Analyse

Vorteile

  • Keine Zusatzkosten — Excel ist in den meisten Unternehmen verfügbar
  • Flexibilität — Analysen können frei gestaltet und angepasst werden
  • Vertraut — Die meisten HR-Abteilungen beherrschen Excel

Nachteile

  • Fehleranfällig — Studien zeigen, dass ca. 88 % aller komplexen Spreadsheets mindestens einen Fehler enthalten. Bei vergütungsrelevanten Analysen kann ein Fehler rechtliche Konsequenzen haben.
  • Kein Audit-Trail — Excel protokolliert keine Berechnungsschritte. Im Streitfall nach Art. 18 fehlt die Nachvollziehbarkeit.
  • Keine multivariate Regression — Der bereinigte Pay Gap erfordert statistische Methoden, die über die Möglichkeiten einer Standard-Excel-Datei hinausgehen.
  • Keine Skalierung — Was bei 50 Datensätzen funktioniert, wird bei 500 unhandlich und fehleranfällig.
  • Kein Art.-7-Portal — Auskunftsanfragen von Beschäftigten müssen manuell bearbeitet werden.
  • Keine automatische Aktualisierung — Jeder Berichtszyklus beginnt bei null.

Fazit:Excel eignet sich für eine einmalige Erstanalyse in kleinen Unternehmen (< 50 Beschäftigte), nicht aber für die laufende Compliance mit Art. 9.

Option 2: HR-Beratungshaus

Renommierte Beratungshäuser wie Kienbaum, Mercer, Willis Towers Watson oder Aon bieten umfassende Vergütungsanalysen und Entgelttransparenz-Projekte an.

Vorteile

  • Expertise — Zugang zu erfahrenen Compensation-Beratern mit Branchenwissen und Marktdaten.
  • Methodische Tiefe — Multivariate Regressionsanalysen, analytische Stellenbewertung, Marktvergleiche.
  • Strategische Beratung — Nicht nur Datenanalyse, sondern auch Vergütungsstrategie, Change Management und Kommunikation.
  • Reputation — Ein Beratungshaus-Gutachten kann vor Gericht höheres Gewicht haben als eine Eigenanalyse.

Nachteile

  • Kosten— Typische Projektbudgets liegen bei 15.000–25.000 € pro Analyse. Bei jährlicher Berichtspflicht summiert sich das schnell.
  • Zeitrahmen — Ein klassisches Beratungsprojekt dauert 8–16 Wochen. Für die jährliche Berichtspflicht nach Art. 9 ist das bei Unternehmen ab 250 Beschäftigten schwer praktikabel.
  • Abhängigkeit — Ohne interne Fähigkeiten zur Fortschreibung der Analyse bleibt das Unternehmen dauerhaft auf den Berater angewiesen.
  • Kein Self-Service — Adhoc-Anfragen (z. B. Auskunft nach Art. 7) können nicht selbst beantwortet werden.

Fazit:Beratungshäuser sind die richtige Wahl für komplexe Ausgangssituationen (M&A, Umstrukturierung, erstmalige Stellenbewertung) und als strategischer Partner. Für die laufende operative Compliance sind sie zu teuer und zu langsam.

Option 3: Spezialisierte Software (SaaS)

Plattformen wie CompLens sind speziell für die Anforderungen der EU-Entgelttransparenzrichtlinie entwickelt.

Vorteile

  • Automatisierung — Datenimport, Berechnung aller Pflichtindikatoren und Berichtsexport auf Knopfdruck.
  • Wiederholbar — Jeder Berichtszyklus baut auf den vorherigen auf. Trends und Fortschritte werden sichtbar.
  • Audit-Trail — Revisionssichere Dokumentation aller Berechnungen und Entscheidungen — entscheidend für Art. 18.
  • Self-Service — HR kann Analysen jederzeit selbst durchführen, ohne externe Abhängigkeit.
  • Kosten— Bei CompLens ab 5.990 €/Jahr — ein Bruchteil eines Beratungsprojekts.
  • Art.-7-Portal — Beschäftigte können Auskunftsanfragen direkt über die Plattform stellen und erhalten automatisierte Antworten.

Nachteile

  • Keine strategische Beratung — Software analysiert Daten, ersetzt aber nicht die Erfahrung eines Vergütungsexperten bei komplexen Strukturentscheidungen.
  • Abhängig von Datenqualität — Die Ergebnisse sind nur so gut wie die eingegebenen Daten. Ohne saubere Datenbasis liefert auch die beste Software fehlerhafte Ergebnisse.
  • Internes Know-how erforderlich — Die Interpretation der Ergebnisse und die Ableitung von Maßnahmen erfordert HR-Kompetenz.

Der ehrliche Vergleich im Überblick

KriteriumExcelBeratungshausCompLens (SaaS)
Jährliche Kosten0 € (intern)15.000–25.000 €ab 5.990 €
Zeitaufwand pro Bericht40–80 Stunden8–16 Wochen2–4 Stunden
Bereinigte AnalyseKaum möglichJaJa (automatisiert)
Audit-TrailNeinProjektdokumentationVollständig
Art.-7-PortalNeinNeinJa
Strategische BeratungNeinJaNein
SkalierbarkeitGeringHochHoch

Der Hybrid-Ansatz: Beste beider Welten

Für Unternehmen mit 100–500 Beschäftigten empfehlen wir häufig einen Hybrid-Ansatz:

  1. CompLens für die laufende Compliance — Datenanalyse, Berichterstellung, Art.-7-Auskunft, Audit-Trail.
  2. Beratungshaus für strategische Meilensteine — Erstmalige Stellenbewertung, Gehaltsbanddefinition, Vergütungsstrategie, Kommunikationskonzept.

So nutzen Sie die Stärken beider Ansätze: die Effizienz und Reproduzierbarkeit der Software für die Pflichterfüllung und die strategische Tiefe der Beratung für die Weichenstellungen. Die Gesamtkosten liegen dabei deutlich unter einer reinen Beratungslösung.

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